Sie verleiht der Landschaft einen ganz besonderen Reiz

Obstblüte im Münsterland

 

 

Die Streuobstwiesen im Münsterland zeigen sich jetzt im Frühlingskleid.  Wiesenschaumkraut, Löwenzahn, Sternmiere, Gundermann, Scharbockskraut, Weiße Taubnessel  und  Habichtskraut bringen bunte Farbtupfer in das Grün der Wiesen. 

 

 

 

Am beeindruckensten ist jedoch die Obstblüte. Birnen stehen zurzeit in voller Blüte. Die früh- und spätblühenden Sorten der alten Apfelbäume geben der Landschaft über Wochen einen ganz besonderen Reiz.

Apfelbäumen zeigen jetzt die ersten Blüten. Für Meteorologen und Biologen markiert die Apfelblüte den Beginn des so genannten Vollfrühlings. Die Beobachtung von Naturerscheinungen wie der Apfelblüte macht deutlich, dass sich der Beginn der Jahreszeiten nicht wie im Kalender auf einen bestimmten Tag festlegen lässt, weil er von vielen Faktoren wie z. B. Temperatur und Niederschlagsmenge  abhängt. Aber nicht nur der eigene Rhythmus der Natur wird an der Apfelblüte deutlich: Mit Hilfe genauer Beobachtungsdaten lassen sich Aussagen über die Veränderung des Klimas machen. 

Für den NABU Münster dokumentiert Diplom-Landschaftsökologin Karin Rietman bereits seit 15 Jahren den Beginn der Apfelblüte. Als Referenzbäume werden jährlich die frühblühenden Sorten Boskoop und Coulons Renette beobachtet. In diesem Jahr öffneten sich die ersten Blüten der Coulons Renette am 11.  April, der etwas frühere Boskoop hat anscheinend die Nachtfröste Ende März/Anfang April nicht vertragen, die Blüten sind an diesem Baum erfroren. Ein Vergleich der vergangenen Jahre zeigt, dass auch in Münster der Frühling immer früher Einzug hält. Lag der durchschnittliche Blühbeginn vor 40 Jahren noch in der ersten Maiwoche, so begann die Blüte von Boskoop und Coulons Renette in 10 Beobachtungsjahren bereits in der ersten Aprilhälfte. D. h. auch in Münster beginnt der Frühling, wie auch das Obstforschungsinstitut in Jork am Boskoop dokumentiert, durchschnittlich 18 Tage früher als noch vor 40 Jahren - eine Folge der Klimaerwärmung.