Zwitschern von Zilpzalp und Zaunkönig

Vogelexkursion mit NABU-Experte Peter Hlubek im Mai 2009

 

Die verschiedenen Vogelarten ließen sich bei der NABU-Exkursion auf dem Waldfriedhof Lauheide nicht lange bitten. Schon nach kurzer Zeit zeigten sich Zaunkönig, Heckenbraunelle oder Kleiber den rund 25 Teilnehmern. Vogelexperte Peter Hlubek klärte die Interessierten über die Eigenarten und Merkmale der Arten auf. Auch Kohl- und Blaumeise, der Zilpzalp oder der Gartenbaumläufer wurden von den Teilnehmern entdeckt. Letzterer brütet beispielsweise unter dem Sims der Friedhofs-Kapelle.

Weiterhin hob Hlubek den Trauerschnäpper als wichtigsten Vogel der Gegend hervor.

"Lange Zeit war für den Trauerschnäpper in Münster kein Land in Sicht", so Hlubek. Vor allem mit Beginn der neunziger Jahre sei eine dramatische Bestandsabnahme festgestellt worden. Der Bestand auf dem Waltdfriedhof liegt bei rund 20 Brutpaaren.

Außer auf der Lauheide gibt es in Münster nur noch einen zweiten Standort an dem die Trauerschnäpper vorkommen - im "Dicken Busch", südlich von Hiltrup.

Der Trauerfliegerschnäpper - oder kurz Trauerschnäpper - gehört zu den weniger bekannten Sommervögeln des Münsterlandes. Vor zwei Jahrzehnten war der schwarz-weiße Insektenjäger eine gewöhnliche Erscheinung, der sich auch in Hausgärten ansiedelte, wenn einige alte Bäume mit Spechthöhlen zur Verfügung standen. Fehlten diese, so bezog er auch Nistkästen, die für Meisen und Feldsperlinge aufgehängt wurden. Waren 1986 noch die Grünbereiche vieler Stadtgebiete in Coerde, Mauritz und Gremmendorf von den Vögeln besiedelt - auch im Schlossgarten war der charakteristische Gesang zu hören - dünnten die Kerngebiete, wie der Waldfriedhof Lauheide und das Gebiet um die Bundesförsterei Dorbaum, aus und inselartige Vorkommen erloschen.

Dieser Trend bestätigte sich bei einer Begehung ehemaliger Brutplätze von Mitarbeitern der AG Vogelschutz des NABU Münster im Mai 2005. Die Gründe für diesen dramatischen Bestandsrückgang sind vielschichtig. Diskutiert werden Anomalien im Überwinterungsgebiet, Vogelfang in Südeuropa sowie verregnete Sommer, die eine zu geringe Reproduktionsrate bedingen. Allerdings stirbt die Hoffnung zuletzt, anders als bei Feldlerche und Gartenrotschwanz, die wohl in Kürze zu den ehemaligen Brutvögeln Münsters zählen werden.

Die NABU-Experten wollten es nicht beim noch vorhandenen Kernvorkommen Lauheide belassen und suchten ein zweites Optimalbiotop, sozusagen ein zweites Standbein für die Trauerschnäpper. Fündig wurden sie im „Dicken Busch“, südlich von Hiltrup. Nachdem sämtliche Genehmigungen von Behörden und Försterei eingeholt waren, ging es am 22. April los. Zehn Holzbetonhöhlen mit Evidenznummer und Logo, die im Spätwinter von dem Mitglieder der AG Vogelschutz vorbereitet wurden, fanden nun einen Platz an den dafür vorgesehenen Bäumen. Für die „Schnäpperqualität“ dieses Lebensraums gab es während der Arbeiten einen aufmunternden Beweis. Ein Trauerschnäppermännchen wurde singend und Insektenjagend im Wipfelbereich der alten Eichen beobachtet!

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