AG Botanik zählt Orchideen auf Betreuungsfläche bei Havixbeck

Ungewohnte gelb-violette Blütenpracht!

 

Was für eine Blütenpracht! Durch die lange Kälteperiode im April hatte sich die Blütezeit des Sumpf-Dotterblume - der "Butterblume" des Volksmundes - deutlich verlängert und die einsetzende Wärme Anfang Mai hatte dafür gesorgt, dass auch die Knabenkräuter bereits in voller Blüte stehen. Und so konnten sich die acht Botaniker des NABU Münster bei ihrem alljährlichen Besuch auf einer orchideenreichen Feuchtwiese bei Havixbeck am Freitag, dem 12. Mai 2017, an einem gelb-violetten Blütenteppich erfreuen, der bei normalem Jahreszeiten-Verlauf so nicht zu sehen ist.
Erfreulich war auch die hohe Zahl an angetroffenen Knabenkräutern: mehr als 60 Exemplare des Breitblättrigen Knabenkrautes (Dactylorhiza majalis) wurden ausgezählt, deutlich mehr als noch im Vorjahr, als keine 30 Stück zu finden waren. Solche Schwankungen sind bei Orchideen-Populationen nicht ungewöhnlich und häufig auf die Witterung im Frühjahr zurückzuführen. Ein Grund kann aber auch die Pflegemahd der AG Botanik im Herbst des Vorjahres gewesen sein, die in den beiden Jahren davor wegen zu nasser Witterung jeweils ausgefallen war - der Pflegeschnitt mit Abräumen des Mahdgutes hat den Orchideen offenbar gut getan!
Seit nunmehr 20 Jahren sorgt die AG Botanik durch ihre jährliche Mahd dafür, dass die wertvolle Feuchtwiese offen bleibt und die konkurrenzschwachen Orchideen und zahlreiche andere seltene Arten der feuchten Wiesen ihren Lebensraum behalten. Das langjährige ehrenamtliche Engagement zahlt sich aus: zu Beginn der Betreuung durch Hövelmann und seine AG Botanik konnten sich gerade noch acht Exemplare des stark gefährdeten Breitblättrigen Knabenkrautes zwischen Mädesüß, Brennnessel und Weiden-Jungwuchs halten. Mittlerweile blühten zwischenzeitlich bis zu 150 Exemplare und zaubern im Frühjahr einen violetten Schleier auf die Wiese. Das ist auch gut so, denn diese Orchideen-Art gehört zu den nur 15 Pflanzenarten, für die Deutschland eine besondere Verantwortung trägt, weil ein Großteil des Weltvorkommens der Art bei uns lebt.

 

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