Botanische Exkursion an der Werse am vergangenen Freitag, den 28. April

Schaumkraut und Butterblume

Malin beim Fachsimpeln über heimische Wildpflanzen mit Dr. Thomas Hövelmann (Foto: Dr. Martin Franz)
Malin beim Fachsimpeln über heimische Wildpflanzen mit Dr. Thomas Hövelmann (Foto: Dr. Martin Franz)

 

Ob Wiesenkerbel, Taubnessel oder Aronstab: Malin wusste alles! Exkursionsleiter Dr. Thomas Hövelmann von der AG Botanik und die mehr als dreißig Teilnehmer der botanischen Führung an der Werse am Freitag, den 28. April 2017, zeigten sich beeindruckt vom 8jährigen Sohn einer Teilnehmerin - zumal der Grundschüler fröhlich betonte, wie viel Spaß es ihm mache, in der Natur zu sein und Pflanzen und Tiere kennenzulernen.
Während des knapp zweistündigen Spaziergangs stellte Hövelmann verschiedene Frühjahrsblüher entlang der Werse vor und ging dabei besonders auf zwei Pflanzenarten ein: das Wiesen-Schaumkraut und die Sumpf-Dotterblume, im Volksmund auch "Butterblume" genannt. An der Bestandsentwicklung dieser beiden Arten lässt sich der Landschaftswandel unserer schnelllebigen Zeit leicht ablesen. Noch vor wenigen Jahrzehnten waren die Arten überaus häufig und wuchsen massenhaft auf feuchten Wiesen und Weiden. Im Zuge der Intensivierung der Landwirtschaft - vor allem durch Umbruch in Maisäcker, Entwässerung und starke Düngung - sind sie jedoch von den landwirtschaftlichen Nutzflächen fast ganz verschwunden und haben sich an feuchte Straßenränder, in Gräben und an Ufer zurückgezogen. Hier finden sie noch die gewünschten Standortfaktoren: nicht zu starkes Nährstoffangebot, frische bis feuchte Böden und regelmäßige nicht zu häufige Mahd.
Um die Bestandsentwicklung unserer heimischen Tier- und Pflanzenarten zu ermitteln, werden vom NABU in Zusammenarbeit mit der Stadt Münster bestimmte Arten auf ausgewählten Flächen möglichst genau erfasst. Die gewonnenen Daten dienen als Biodiversitäts-Monitoring - der Langzeitbeobachtung bestimmter Pflanzen- und Tierarten - den Umweltdaten der Stadt Münster. Die Untersuchungen werden daher von der AG Botanik in fünfjährigem Turnus wiederholt. Zusätzlich wird die Öffentlichkeit durch Meldeaufrufe beteiligt, um einen besseren Überblick über die Bestandsentwicklung zu bekommen. In diesem Jahr ist wieder das Wiesen-Schaumkraut als Art des Grünlandes an der Reihe.
Die Sumpf-Dotterblume ist mittlerweile so selten geworden, dass sie in NRW bereits auf der Vorwarnliste der vom Aussterben bedrohten Farn- und Blütenpflanzen geführt wird. Das Wiesen-Schaumkraut ist zum Glück noch nicht so selten und erfreut noch vielerorts das Auge des Betrachters. Damit das so bleibt, ist die gesamte Gesellschaft für einen verantwortungsbewussten Umgang mit Natur und Umwelt gefordert - damit auch in Zukunft Kinder wie Malin die Gelegenheit haben, Pflanzen und Tiere kennenzulernen.

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