Exkursion der AG Botanik auf den Standortübungsplatz Handorf

Artenvielfalt durch militärische Nutzung

Mitglieder der AG Botanik bei der Exkursion auf den Standortübungsplatz Handorf-Ost
Mitglieder der AG Botanik bei der Exkursion auf den Standortübungsplatz Handorf-Ost

 

Artenreiches Grünland, so weit das Auge reicht - außerhalb von Naturschutzgebieten ist so etwas im Münsterland schon seit fast 100 Jahren nicht mehr zu sehen. Es sei denn, Flächen werden für militärische Zwecke genutzt wie der Standortübungsplatz Handorf-Ost - am vergangenen Sonntag, den 7. August, erkundete ein knappes Dutzend Botaniker der AG Botanik die dortigen großflächigen Wiesen und Weiden. Dabei blieben sie selbstverständlich auf den vorhandenen Wegen, das Betreten der Flächen ist auch an Wochenende nicht erlaubt.
Günstige Bodenbedingungen auf den Sanden der nahen Ems, eine schonende Nutzung durch Mahd und eine Schafherde in Abstimmung mit der NABU-Naturschutzstation Münsterland und vor allem der jahrzehntelange Verzicht auf Düngung haben in diesem stadtnahen Gebiet auch ohne gesetzlichen Naturschutz für eine Artenvielfalt gesorgt, die selbst in Naturschutzgebieten nicht selbstverständlich ist: seltene und gefährdete Arten wie Büschel-Nelke, Nelken-Schmielenhafer, Aufrechtes Fingerkraut, Wiesen-Margerite, Trespen-Federschwingel, Flammender Hahnenfuß und Schild-Ehrenpreis sind nur einige der Arten, die AG-Leiter Thomas Hövelmann den Teilnehmern zeigen und dabei die Eingabe gefährdeter Arten in die Florenkartierung NRW erläutern konnte. Kleinflächig wechselnde Bodenwasserverhältnisse sorgen dabei dafür, dass praktisch alle möglichen Feuchteverhältnisse von trockensten Sandtrockenrasen bis hin zu Seggen-Röhrichten kleinräumig nebeneinander vorkommen.
Die hohe Zahl von Blütenpflanzen in Verbindung mit zahlreichen kleinen Gehölzstreifen erfreut nicht nur das Auge der zahlreichen Erholungssuchenden an den Wochenenden, sondern sorgt auch für eine hohe Artenvielfalt an Tagfaltern, Heuschrecken, Wildbienen und vielen weiteren Insekten sowie Vogel- und Fledermausarten. Daher hatte der NABU Münster auch vehement gegen die Überlegungen protestiert, diese Oase der Artenvielfalt dem Neubau einer Justizvollzugsanstalt (JVA) zu opfern. Diese Planungen sind Gott sei Dank vom Tisch, aber auch in Zukunft wird der NABU ein waches Auge auf die Übungsplätze bei Handorf haben - auf artenreiches Grünland, so weit das Auge reicht.

 

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© alle Bilder: Alice Craemer

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