Natur und Kunst

Die Skulptur Projekte 2017 geht zu Ende - na und?

Mit dem Foto "L mal vier im fourth house" hat Dr. Thomas Hövelmann, Leiter der AG Botanik des NABU Münster, am Fotowettbewerb zur Skulptur Projekte 2017 teilgenommen - siehe hier: http://skulpturprojekte.dein-ms.de/gallery

 

Die weltweit beachtete Ausstellung Skulptur Projekte 2017 ging an diesem Wochenende zu Ende - was hat der Naturschutz damit zu tun? Auf den ersten Blick nicht viel bis nichts, beschäftigen sich doch die allermeisten Projekte mit dem Menschen und sein unmittelbares, in der Regel städtisches Umfeld.

Die Kunst soll aber - wenn sie gelungen ist - vor allem auch zum Nachdenken anregen und dazu animieren, sich mit der Umgebung und der Umwelt auseinanderzusetzen. Ein gelungenes Beispiel ist das "fourth house of the house project since 1974" des isländischen Künstlers Hreinn Friðfinnsson. Seine Skulptur stellt erkennbar und stark vereinfacht den Umriss eines Hauses dar, verschwimmt aber durch die hochglänzende Oberfläche fast vollständig mit der naturnahen Umgebung - einer Brennnesselflur im Sternbusch-Park bei Berg Fidel.

Gerade in dieser Naturoase inmitten eines von Hochhaus-Besiedlung und Bahnstrecken geprägten urbanen Umfeldes gewinnt das geisterhafte Kunstwerk an naturschützerischer Relevanz: steht  doch gerade in der stark wachsenden Stadt Münster die verbliebene städtische Natur stark unter Druck. Sie zu erhalten, ist eine Herkulesaufgabe für den Naturschutz und die Stadtgesellschaft - nicht zuletzt zum Wohl der hier lebenden Bürger.

Einen ähnliche Ansatz verfolgt das seit 20 Jahren von der AG Botanik des NABU Münster begleitete Objekt "sanctuarium". Mit seiner Mauer wollte der niederländische Künstler Herman de Vries bereits auf der Skulpturen Projekte 1997 auf die Schutzbedürftigkeit der Natur im städtischen Umfeld hinweisen: seine Steinmauer bietet der Natur inmitten eines stark genutzten Parkes an der Einsteinstraße wenigen hundert Quadratmetern Natur die Möglichkeit der vom Menschen ungestörten Entwicklung - die Botaniker des NABU führen einmal jährlich eine Bestandserhebung durch und habe die Entwicklung lückenlos dokumentiert (siehe hier). Einer Einladung zur diesjährigen Skulptur Projekte konnte der hochbetagte Künstler leider nicht mehr annehmen.

Natur und Kunst bietet also ausreichend Raum und Möglichkeit zur gegenseitigen Befruchtung - auch bei der diesjährigen Skulptur Projekte 2017 in Münster.

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