Stellungnahme des NABU Münster

Energiepark am Hessenweg - Naturschützer lehnen die Initiative strikt ab

 

Der NABU Münster sieht einen gravierenden Konflikt zwischen dem Artenschutz und der Nutzung erneuerbaren Energien in Münster. Ein schwarz-grünes Bündnis plant die Wiederbelebung des Energieparks im Industriegebiet Hessenweg. Dies wäre nach Ansicht des NABU eine katastrophale Entwicklung. Hier wird ohne Rücksicht auf Schlagopfer die Nutzung erneuerbarer Energien vorangetrieben. Die Rieselfelder Münster, die direkt nördlich angrenzend liegen, sind ein anerkanntes wichtiges Schutzgebiet für Vögel. Sie dienen besonders dem Schutz seltener Wasser- und Watvogelarten.

 

Das Helgoländer Papier, das die Länderarbeitsgemeinschaft der Vogelschutzwarten herausgegeben hat und das von Gerichten mehrfach als fachlich richtig anerkannt ist, stellt den aktuellen Fachstandard für den empfohlenen Mindestabstand zu Vogelschutzgebieten dar. Hier ist ein Abstand von mindestens 1.200 Metern zu Vogelschutzgebieten gefordert.

 

Bekannt ist, dass Windenergieanlagen Todesopfer unter der Vogelwelt fordern. Besonders Großvögel wie Greifvögel, Kraniche, Gänse, Möwen und Enten sind dabei betroffen. Diese leben regelmäßig in den Rieselfeldern und in der Umgebung. Eine weitere gegenüber Windenergieanlagen sehr sensible Art ist der Uhu. Auch der Uhu brütet im Norden Münsters. Aber auch kleinere Vogelarten wie die Schwalben, der Mauersegler und der Star sind betroffen. Die Vögel erkennen die Hindernisse – besonders in der Dunkelheit - nicht und kollidieren mit den Rotoren.

 

Die Vögel leben aber nicht nur in den Rieselfeldern Münster sondern fliegen auch in die Umgebung – entweder um dort zu brüten oder um dort Nahrung zu suchen. Im Helgoländer Papier steht auch die Forderung Zug- und Wanderwege von Vögeln gänzlich von Windenergieanlagen frei zu halten. Der Standort Hessenweg ist also aus mehreren Gründen denkbar ungeeignet.

 

Neben den Vögeln sind auch verschiedene Fledermausarten stark von der Kollision mit Windenergieanlagen betroffen. Gerade die im freien Luftraum jagenden Arten wie der Große Abendsegler, der Kleinabendsegler, die Breitflügelfledermaus, die Rauhautfledermaus und auch die Zwergfledermaus leiden sehr unter den Windenergieanlagen. Und alle diese Arten finden sich in den Rieselfeldern und der Umgebung. Es ist bekannt, dass diese Tiere die sich schnell drehenden Rotoren einer Windenergieanlage mit ihrer Ultraschall-Echoortung nicht erkennen können.

 

Der NABU Münster fordert daher alle Beteiligten auf, darauf zu verzichten, die Planung des Energieparks Hessenweg weiter voranzutreiben. Der NABU Münster fordert darüber hinaus bei m Ausbau der erneuerbaren Energien an allen Standorten in Münster unbedingt auf diesen Standard zu achten, denn es kann ja nicht angehen, dass wir zwar regenerative Energien nutzen, dies aber auf Kosten des Artenschutzes tun. Soll heißen, wir müssen zwar die Erneuerbaren Energien weiter ausbauen, dürfen dabei aber nicht die Augen vor dem Schutz der heimischen Vogelwelt und der Fledermausfauna verschließen.