Aus dem Nest gefallen

... was tun mit Jungvögeln?

junge Amsel Bild: NABU/Michaela Steininger
junge Amsel Bild: NABU/Michaela Steininger

In jedem Frühling gibt es wieder Nachwuchs bei den heimischen Vögeln, und so finden sich auch häufig aus dem Nest gefallene Jungvögel am Boden.

 

Doch nicht immer ist es sinnvoll, die Kleinen aufzunehmen, sei es auch mit dem Ziel, sie vor der Katze zu bewahren. Nimmt man die vermeintlich Hilflosen mit nach Hause, um sie zu versorgen, ist die Gefahr groß, sie falsch zu ernähren. Für einen vegetarischen Vogel kann es fatale Folgen haben, mit Würmern gefüttert zu werden; ein Vogel, der nur Insekten gewohnt ist, verträgt keine Semmelbrösel. Was aber ist zu tun, wenn man einen alleingelassenen Jungvogel findet?

 

Zunächst einmal sollte man sich darüber klar werden, dass der Schein meistens trügt. So einsam ein Junges, das unsicher und auf wackligen Beinen herumirrt, auch auf den ersten Blick aussehen mag: den Kontakt zu seinen Eltern kann es durch regelmäßige Standortrufe beibehalten – so wird der Piepmatz von ihnen nicht vergessen. Das Junge wird weiterhin von den Altvögeln gefüttert und versorgt, nur eben an einem anderen Ort.

 

 

Trotzdem besteht für die kleinen Vögel natürlich, wenn der Schutz des Nestes nicht mehr gegeben ist, eine größere Gefahr. Sollte man ein solches Vogelkind also mitten auf der Straße oder auf Radwegen, wo die Überlebenschance nur sehr gering ist, entdecken, empfiehlt es sich, den Vogel vorsichtig an einen sicheren Ort zu bringen. Dieser Ort sollte so nah wie möglich an der Fundstelle liegen, damit sichergestellt ist, dass der Rufkontakt zwischen dem Jungvogel und seinen Eltern weiterhin besteht.

 

Eine Ausnahme gilt für die auch in Münster verbreiteten Mauersegler. Anders als andere Vogelarten wird ein noch nicht flügges Mauersegler-Junges, das aus dem Nest gefallen ist, nicht mehr von den Eltern gepflegt und kann sich aufgrund seiner kurzen, kaum erkennbaren Stummelfüße nicht fortbewegen. Die kleinen Mauersegler benötigen also menschliche Hilfe zum Überleben.

 

Für alle anderen Jungvögel gilt weiterhin die Regel, sie an ihrem Fundort zu lassen, wo sie wie ihre im Nest verbliebenen Geschwister von den Eltern versorgt werden können. Auf diese Weise ist das Überleben der Jungvögel eher gewährleistet als durch eine Handaufzucht, selbst wenn diese durch Fachleute geschieht. Außerdem behält das Junge so den Kontakt zu seinen Artgenossen, anstatt sich auf den Menschen zu prägen und aus diesem Grund der eigenen Artvermehrung nicht mehr zur Verfügung zu stehen.

 

NABU Münster

Silvia Vogelsang & Alina Rölver

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