Aus dem Nest gefallen

Junge Mauersegler benötigen unsere Hilfe

 

 

ein bewegender Augenblick: Abschied von jungem Mauersegler
ein bewegender Augenblick: Abschied von jungem Mauersegler

So einsam ein Jungvogel, der unsicher und auf wackligen Beinen herumirrt, auch auf den ersten Blick aussehen mag: den Kontakt zu seinen Eltern kann er durch regelmäßige Standortrufe beibehalten – so wird der Piepmatz von ihnen nicht vergessen. Das Junge wird weiterhin von den Altvögeln gefüttert und versorgt, nur eben an einem anderen Ort.

 

 

Eine Ausnahme gilt für die auch in Münster verbreiteten Mauersegler. Am Himmel sind sie an ihren langen sichelförmigen Flügeln und dem kurzen gegabelten Schwanz leicht zu erkennen. Das Gefieder von Männchen und Weibchen ist gleichermaßen bräunlich- bis rußschwarz mit grauweißer Kehle. Schnabel und Füße sind schwärzlich, die Iris tiefbraun.

 

 

Kaum jemand weiß, dass der Mauersegler fast sein ganzes Leben in der Luft verbringt, im Fliegen schläft und sich so sogar paart. Nahrung bilden für ihn in der Luft fliegende Insekten, zum Trinken fliegt er nah über Gewässern und nimmt dann Wasser mit dem Schnabel auf. Nur zum Nisten sucht sich der Mauersegler einen festen Standort, an dem er seine Jungen versorgen kann.

 

 

Anders als andere Vogelarten wird ein noch nicht flügges Mauersegler-Junges, das aus dem Nest gefallen ist, nicht mehr von den Eltern gepflegt und kann sich aufgrund seiner kurzen, kaum erkennbaren Stummelfüße nicht fortbewegen. Die kleinen Mauersegler benötigen also menschliche Hilfe zum Überleben. Erkennen kann man die Jungvögel der Mauersegler an ihrem dunkel, fast schwarz gefärbten Gefieder, einem weißen Fleck an der Kehle und weiß geschuppten Stirnfedern. Auch ihre Flügelfedern sind mit weißen Rändern besetzt.

 

Einen aufgefundenen jungen Mauersegler sollte man in einen offenen, mit Papiertüchern ausgelegten Behälter setzen und zum NABU Münster bringen, wo eine artgerechte Aufzucht gewährleistet wird. Vor einer Abgabe dort sollte der Vogel auf keinen Fall gefüttert werden!

 

Für alle anderen Jungvögel gilt weiterhin die Regel, sie an ihrem Fundort zu lassen, wo sie wie ihre im Nest verbliebenen Geschwister von den Eltern versorgt werden können. Auf diese Weise ist das Überleben der Jungvögel eher gewährleistet als durch eine Handaufzucht, selbst wenn diese durch Fachleute geschieht. Außerdem behält das Junge so den Kontakt zu seinen Artgenossen, anstatt sich auf den Menschen zu prägen und aus diesem Grund der eigenen Artvermehrung nicht mehr zur Verfügung zu stehen.

 

NABU Münster, Silvia Vogelsang & Alina Rölver

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