5 Tipps, die man jetzt im Garten für Schmetterlinge und andere Insekten umsetzen kann

Jetzt gärtnern für Insekten

 

Immer seltener summen Hummeln, flattern Schmetterlinge und krabbeln Käfer an uns vorbei. Die dramatischen Entwicklungen des anhaltenden Verlustes an Masse und Vielfalt unserer heimischen Insekten halten weiter an. „Welche Folgen dieser Rückgang mit sich bringen wird, ist noch nicht klar. Klar ist aber, Insekten nehmen wichtige Funktionen in der Natur ein: Sie sind Bestäuber für viele Pflanzen, sie vertilgen andere Insekten, die sich über Gartenpflanzen hermachen und sind ihrerseits Nahrung für Vögel und andere Tiere“, so Sarah Bölke, Leiterin des Projektes ´Zeit der Schmetterlinge´ beim NABU NRW. Es sei aber gar nicht so schwierig, Insekten im Siedlungsraum zu helfen. Wer die folgenden 5 Tipps im Garten beherzige, könne schon viel für Insekten tun:
 
1. Auf die richtigen Pflanzen kommt es an. Wer beim Kauf neuer Pflanzen auf heimische Stauden setzt, hat gleich mehrere Vorteile. Heimische Arten kommen mit den hier herrschenden Bedingungen besser zurecht und sind robuster. Auch die Insekten kommen mit heimischen Pflanzen besser klar, denn oft haben sie spezifische Anpassungen entwickelt. Fremde Pflanzenarten oder gar Zierformen können sie zum Teil gar nicht zur Nektaraufnahme nutzen. Mehrjährige Stauden schonen zudem den Geldbeutel und die Umwelt, denn die Produktion von Pflanzen verbraucht Ressourcen und erzeugt Plastikmüll. Während sich im Garten oder in tiefen Kübeln Natternkopf, Malven und Flockenblumen eignen, sollte auf dem Balkon statt auf Petunie und Geranie besser auf Kartäusernelke, Dost oder Glockenblumen gesetzt werden. 
 
2. Bunte Farbtupfer statt grüne Rasenflächen. Ein sattgrüner kurzer Rasen ist das Ziel vieler Gärtner und Gärtnerinnen. Der macht nicht nur viel Arbeit, er bietet Insekten leider auch keinen nennenswerten Vorteil. Eine gute Alternative ist ein Kräuterrasen. Hier blühen neben Gräsern niedrig wachsende Kräuter, die so robust sind, dass die Wiese auch normal betreten werden kann. Schnittverträgliche Pflanzen wie Gänseblümchen, Schafgarbe, Thymian und Salbei sorgen hier für tolle Farbakzente und reichlich Insektennahrung. Gemäht wird ein Kräuterrasen nur vier- bis achtmal im Jahr, ein Düngen und Vertikutieren entfällt – das spart Energie und schont die Umwelt. Wer keinen neuen Kräuterrasen anlegen möchte, kann auch mit dem Tolerieren von Löwenzahn, Gänseblümchen, Günsel und Scharfgarbe schon viel erreichen.
 
3. Wasser ist wichtig. Das Frühjahr war sehr trocken und auch jetzt ist wenig Regen in Sicht. Es ist daher sehr wichtig, Tieren durch das Aufstellen von Wasserschalen eine Trinkmöglichkeit anzubieten, denn auch Insekten haben Durst. Hierzu reicht das Aufstellen einer Schale, welche mit Leitungswasser gefüllt wird. Die Schale sollte nicht zu tief sein, denn hin und wieder fällt ein Insekt hinein und kommt dann nicht so einfach wieder heraus. Am besten legt man einige Steine, Murmeln oder auch Stöcke in das Wasser, so haben Insekten die Möglichkeit wieder herauszuklettern. Auch für die Gartenvögel bieten Wasserstellen die Gelegenheit sich eine Erfrischung und Abkühlung vom anstrengendem Brutgeschäft zu verschaffen.
 
4. Wilde Ecken – Ein kleines Biotop im eigenen Garten. Jeder insektenfreundliche Garten sollte wilde Ecken besitzen die nicht gemäht werden und in denen alle Pflanzen die sich dort natürlich ansiedeln wachsen und blühen können. Gräser, Klee oder Disteln sind hier herzlich willkommen, denn sie sind wichtige Nahrungsgrundlage für Insekten. Hier haben Schmetterlinge Zeit ihren Lebenszyklus zu durchlaufen und hier können Nachtfalter ungestört den Tag verbringen.
 
5. Wo Licht ist, da ist auch Schatten. Nacht- und dämmerungsaktive Insekten orientieren sich am Mond- und Sternenlicht. Durch hellere Lichtquellen, wie etwa eine Gartenlampe, verlieren sie die Orientierung und kreisen bis zur Erschöpfung um die Lichtquelle herum. Generell gilt: Wenn das Licht nicht gebraucht wird, sollte es ausgeschaltet werden. Auch in Sachen Bepflanzung kann einiges für die nächtlichen Besucher getan werden. Über achtzig Prozent der Schmetterlinge sind nachtaktiv, sie brauchen daher Pflanzen, die in der Nacht oder in den frühen Morgenstunden blühen und ihren Duft verbreiten. Besonders spannend daran ist, dass einige Nachtfalterblumen wie Nachtkerzen oder Wegwarten, ihre Blüten am Abend oder am Morgen öffnen, tagsüber sind sie geschlossen.
 
 
Ausführliche Tipps für Gärten und Balkone, Beispiele für geeignete Pflanzen und zertifizierte Saatguthersteller sind unter www.schmetterlingszeit.de zusammengestellt.

 

PRESSEMITTEILUNG NABU NRW | 15. Mai 2020