Woodstock

Eine kurze Geschichte über die Aufzucht eines jungen Mauerseglers

Am Mittwoch, den 16. August 2006 wurde uns ein kleiner Mauersegler ins NABU-Büro gebracht. Der kleine, nur 28 Gramm wiegende und völlig hilflose Vogel wurde von Maria Berentzen auf der Straße gefunden. Nach längerer Beobachtung kam sie zu dem Schluss, dass der Kleine wohl aus dem Nest gefallen sein muss und nun nicht mehr von seinen Eltern gefüttert werde. Dank ihrer Aufmerksamkeit und Hilfsbereitschaft konnte der kleine Mauersegler dem sicheren Tod entrinnen.

In seinem neuen Zuhause wird der Mauersegler von den beiden FÖJlerinnen des NABU, Natalja und Marie-Fleur, versorgt. Alle zwei Stunden muss der Kleine ca. 20 Heimchen (gehört zu der Art der Grillen) bekommen. Durch regelmäßiges Füttern und ebenso regelmäßige Gewichtskontrollen vor und nach der Mahlzeit wird sicher gestellt, dass der Kleine immer kräftiger wird.

Und die Mühe lohnt sich!! Stetig nimmt der kleine Mauersegler, den wir auf den Namen ,,Woodstock`` getauft haben, an Gewicht zu. Als wir ihn bekommen haben, wog er 28 Gramm. Nun zeigt die kleine Briefwaage bereits stolze 40 Gramm an.     

 

 

Wir haben ihn alle sehr ins Herz geschlossen. Doch bald wird Woodstock von uns in die Lüfte entlassen und sich auf den Weg in den Süden, nach Afrika, begeben.

Heute ist der 1. September 2006. Gute zwei Wochen sind nun vorbei, in denen sich der kleine Woodstock sein Bäuchlein bei uns nach Herzenslust vollschlagen konnte und dadurch prächtig entwickelt hat, was uns seine Munterkeit und Neugierde täglich gezeigt haben.


Der Tag scheint vielversprechend anzufangen, die Sonne lugt von Zeit zu Zeit aus den Wolken hervor und der Wind weht auch nicht zu kräftig. Es wird also höchste Zeit den Kleinen in die Lüfte zu entlassen und Richtung Afrika ziehen zu lassen. Ganz so einfach fällt uns das trotzdem nicht, denn wir machen uns schon Sorgen, dass er es nicht schaffen könnte, da alle seine Artgenossen schon vor einem Monat in den Süden gezogen sind und er den Flug nun wohl ganz allein auf sich nehmen muss.

Doch wir wissen, dass er wenigstens eine Chance bekommen muss und so begeben wir uns auf den Sportplatz Münster 08, wo wir den Platz am Besten überblicken können. Da der Kleine noch gar keine Flugerfahrungen hat und anfangs noch etwas unsicher fliegen wird, können wir dort seinen Flug nicht nur gut beobachten, sondern ihn auch viel schneller ausfindig machen und ihm helfen, falls er plötzlich abstürzen sollte.

So stehen wir also alle auf der Wiese versammelt und müssen dann doch feststellen, dass unser Woodstock es anscheinend nicht sonderlich eilig hat in den Süden zu kommen. Er bleibt gemütlich in der ausgesteckten Hand hocken, dehnt eine ganze Zeit lang seine Flügel und scheint den Wind zu geniessen bis er sich schließlich nach ca. 10 Minuten entschließt uns doch zu verlassen.

Er erhebt sich einmal kurz in die Luft und segelt dann wieder zu Boden, wo wir ihn wieder aufheben und auf die Hand setzen, damit er es aus der Erhöhung leichter mit dem Abfliegen hat. Diesmal lässt er sich nicht lange bitten und schießt ohne Vorwarnung hoch in die Lüfte. Wir können nur noch einmal beobachten, wie der kleine Woodstock eine Runde über dem Sportplatz dreht und dann auf und davon ist.

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