Frischer Wind beim NABU-Stadtverband – die nächste Generation der Streuobstpflege steht in den Startlöchern
Viele werden ihn schon vermisst haben: den einzigartigen Obststand vom NABU Münster auf dem
Wochenmarkt am Domplatz. Nun hat der NABU zwei neue Mitarbeiter gefunden, die das Projekt
weiterführen.
Seit fast 30 Jahren pflegt der Naturschutzverein die großen Obstbäume auf den Streuobstwiesen
im Münsteraner Stadtgebiet. Hier wachsen viele alte Obstsorten, von denen die „Dülmener
Herbstrose“ oder die „Rote Sternrenette“ noch die bekanntesten sind. Auch andere wohlklingende
Namen wie die „Köstliche von Charneu“ oder „Kaiser Wilhelm“ finden sich auf den Wiesen.
Nach dem Abschied von Karin Rietman, die das Projekt mitinitiiert und über zwei Jahrzehnte mit
großem Engagement weitergeführt hat, musste der Marktstand eine Saison lang pausieren. Für
den bisher einzigen hauptamtlichen Mitarbeiter Andreas Beesten und viele ehrenamtliche
Mitglieder im Projekt Obstwiesenschutz war es wichtig, die Vermarktung des beliebten,
aromatischen Tafelobstes nicht einzustellen. Nach einem Jahr der Neuorientierung gibt es nun
endlich die Entscheidung: Ab dem 9. August wird der NABU den Wochenmarkt auf dem Domplatz
wieder mit frischem Streuobst wie Äpfel, Birnen und Pflaumen bereichern
Seit vielen Jahren verschreibt sich der Naturschutzbund Münster der Pflege und dem Erhalt der
Streuobstwiesen im Stadtgebiet. Über die Jahre ist das Projekt stetig gewachsen und hat sich mit
dem Verkauf von Tafelobst, Apfelsaft und einigen Obstspezialitäten auf dem Wochenmarkt in
Münster etabliert. Dabei vermarkten die Naturschützer:innen nicht nur den Ertrag der eigenen
Wiesen, sondern kaufen auch Obst von privaten Streuobstwiesen in und um Münster dazu. Ein
Gewinn für alle Beteiligten, denn die stetige Pflege der alten Wiesen ist häufig nicht mehr
rentabel. „So können wir den Besitzer:innen zumindest einen kleinen Beitrag für den Erhalt der
jahrhundertealten Kulturlandschaft zurückgeben.“ erklärt Andreas Beesten, der seit einigen Jahren
im Obstwiesenschutz aktiv ist und das Projekt nun federführend fortführt.
„Die Besonderheit der Streuobstwiesen liegt in der riesigen Artenvielfalt, nicht nur bei
Wildblumen, Insekten, Vögeln und Kleinsäugern – auch die Vielfalt an Obstsorten ist einfach
unglaublich! Manche dieser Sorten sind wahre Raritäten, die schon vor etwas 200 Jahren im
Münsterland gezüchtet wurden.“ schwärmt Henning Kraken. Er ist seit kurzem beim NABU
angestellt und wird neben der Pflege der Wiesen auch den Marktstand betreuen.
So können nun endlich wieder all die besonderen Äpfel, Birnen und Pflaumen auf dem
Wochenmarkt probiert und erworben werden – ob zum direkten Verzehr oder für leckere Kuchen,
der Marktstand bietet eine lokale Vielfalt, die in keinem Supermarkt zu bekommen ist.
Der Marktstand wird ab dem 9. August jeden Mittwoch und Samstag von 07 Uhr bis 14.30 Uhr auf
dem Domplatz zu finden sein.