NABU prüft Standortalternativen für den Neubau der JVA

Alles ist besser als Handorf

Bild: Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW
Bild: Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW

Alle Standortalternativen, die der Bau- und Liegenschaftsbetrieb (BLB) NRW in die engere Wahl für den Neubau der Justizvollzugsanstalt (JVA) Münster gezogen hatte, sind besser geeignet als der aktuell favorisierte auf dem Standortübungsplatz Handorf.

 

Bei den übrigen acht Flächen handelt es sich jeweils um Ackerflächen, deren Überplanung einen weit geringeren ökologischen Eingriff bedeuten und weit weniger Ausgleichsmaßnahmen benötigen. Auch ist das Umfeld der anderen Flächen nach überschlägiger Betrachtung weit weniger empfindlich als der zusammen hängende, seit Jahrzehnten ungedüngte und strukturreiche Übungsplatz in Handorf.

 

"Es sind jedoch nicht alle Standortalternativen gleich gut geeignet," schränkt Peter Hlubek, Vorsitzender des NABU Münster und langjähriger Leiter der AG Vogelschutz, ein,"auf einigen der angedachten Standorte kamen oder kommen selten gewordene Ackervögel wie Feldlerche, Kiebitz und Rebhuhn vor." Diese Flächen hält der NABU Münster daher auch für eher ungeeignet für den Neubau der JVA.

 

Am besten geeignet scheinen zwei Flächen zu sein, bei denen der NABU keine ökologischen Risiken erkennen kann. Das eine Gebiet liegt direkt an der Autobahn bei Sprakel, das andere an der stark befahrenen Freckenhorster Straße nördlich von Wolbeck. "Wir setzen alles daran, dass der BLB NRW seine Entscheidung zurück nimmt und sich für einen anderen, weit weniger wertvollen Standort entscheidet", fasst Hlubek die Position des NABU Münster zusammen.

 

Der BLB NRW plant im Auftrag des Justizministeriums NRW einen Neubau als Ersatz für die veraltete JVA in der Gartenstraße. Als Standort hat sich der BLB NRW auf eine ca. 15 ha große Fläche am südlichen Rand des Standortübungsplatzes Handorf-Ost fest gelegt. Von der Planung betroffen sind jedoch durch direkte Überbauung naturschutzfachlich wertvolles, blütenreiches Magergrünland, naturnahe Gehölze mit Brutstätten von Nachtigall, Kleinspecht und Wiesenpieper sowie mindestens ein gesetzlich geschützter Biotop. Zudem ist in einem weiten Radius mit empfindlichen Störungen durch Licht, Lärm und Bewegung der zahlreichen, dort noch vorkommenden gefährdeten Vogelarten und anderer störungsempfindlicher Tierarten zu rechnen. Das nahe gelegene Naturschutzgebiet "Feuchtgebiet Handorf" mit einem überregional bedeutsamen Laubfrosch-Vorkommen droht zudem trocken zu fallen. Der Standortübungsplatz Handorf-Ost ist ein wichtiger Rückzugsraum für sonst in unserer durch intensive Landwirtschaft geprägten Agrarlandschaft selten gewordene Pflanzen- und Tierarten.

 

Einschätzung der Standortalternativen zu Handorf durch den NABU
... noch ohne Bewertung der Beeinträchtigungen für Fledermäuse
Alternativen-Einschätzung.pdf
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BLB-Präsentation: mögliche Standorte für Neubau JVA Münster
Mit freundlicher Genehmigung des BLB.
Alle Rechte an diesem Dokument beim Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW.
Präsentation_JVA-MS_Standortsuche_Stand
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