Planung JVA in Handorf

"Diese Standortentscheidung wird Münster nicht gerecht!"

 

Begehung des geplanten JVA-Standortes mit Münsteraner Politikern (fast) aller Fraktionen

"Diese Standortentscheidung wird Münster nicht gerecht!"

Ludger Steinmann, SPD-Ratsherr im Ausschuss für Umwelt und Entwicklung sowie in der Bezirksvertretung Ost, brachte es auf den Punkt: der geplante Standort für den Neubau einer Justizvollzugsanstalt auf dem Standortübungsplatz Handorf-Ost wird zu unnötigen und erheblichen Beeinträchtigungen von Natur und Landschaft im Osten Münsters führen.

NABU NRW-Landesvorsitzender Josef Tumbrinck
NABU NRW-Landesvorsitzender Josef Tumbrinck

Vertreter fast aller Ratsfraktionen waren der Einladung des NABU Münster am vergangenen Samstag gefolgt: die SPD war mit MdL Thomas Marquardt, Dr. Christiane Farwick und eben Ludger Steinmann, die Grünen mit Susanne Dähne, die FDP mit Ratsherr Hans Varnhagen, die ÖDP mit Ratsherr Franz Pohlmann und die Piraten mit Herrn Heneke vertreten. Das Fehlen von CDU und den Linken mag der kurzfristigen Einladung geschuldet sein. (Nachtrag: der E-Mail-Verteiler war unvollständig, so dass die Einladung nicht die CDU-Politiker erreicht hat)

 

Welche Bedeutung der NABU Münster dem Thema zumisst, lässt sich am Besuch des NABU NRW-Landesvorsitzenden Josef Tumbrinck ablesen, der die Teilnehmer eindringlich an die Verantwortung gerade auch von militärischen Übungsplätzen für das Nationale Naturerbe erinnerte.

Dr. Thomas Hövelmann
Dr. Thomas Hövelmann

Der Diplom-Biologe Dr. Thomas Hövelmann vom NABU Münster zeigte auf dem von der Überbauung bedrohten Fläche eine ganze Reihe von bedrohten Pflanzenarten und erläuterte die Bedeutung der hier noch großflächig vorhandenen, unzerschnittenen Magergrünlandbereiche für die Artenvielfalt in der Stadt Münster.

 

Peter Hlubek, Vorsitzender des NABU Münster und langjähriger Leiter der AG Vogelschutz, ergänzte um die betroffenen Vogelarten und wies auf die weit über den reinen Standort hinaus reichenden negativen Auswirkungen, z.B. auf das Grundwasser hin. Auch sind die Vorkommen zahlreicher gesetzlich geschützter Vogelarten, vom Aussterben bedrohter Pflanzenarten der Roten Liste und gesetzlich geschützte Biotope von dem Ausbau unmittelbar betroffen.

 

"Zwar werde an diesem Standort landwirtschaftliche Nutzfläche geschont, bei der zu erwartenden umfangreich dimensionierten gesetzlich vorgeschriebenen Kompensation müssen dann aber doch in großem Umfang Ackerflächen in Anspruch genommen werden", wies Ludger Steinmann auf einen wichtigen Punkt hin.

 

Dabei gäbe es in einer Großstadt in Münster ausreichend Alternativen, legte Hlubek nach. So liegt die Lützow-Kaserne nur einen Steinwurf entfernt, die nach Umstrukturierungen innerhalb der Bundeswehr das ca. 150 ha große Kasernengelände nicht mehr vollständig benötigen wird - voll erschlossen mit aller Infrastruktur, an das Straßennetz perfekt angebunden. Zwar wies MdL Marquardt, bis zuletzt Kommandant der Lützow-Kaserne, auf Probleme bei Mischnutzung von militärischen Liegenschaften hin, aber "gegenüber intelligenten Lösungen wird sich die Politik sicher nicht dauerhaft verschließen können", kommentierte Peter Hlubek.

 

Die fachlichen Ausführungen des NABU Münster wurden an Ort und Stelle engagiert mit den Politikern diskutiert. Am Ende waren sich alle einig: die Belange von Natur und Landschaft sind offenbar in der Vorauswahl aus 38 Standortalternativen nicht ausreichend berücksichtigt worden und müssen in den zuständigen Gremien der Stadt Münster auf den Prüfstand - ob ein gemeindliches Einvernehmen erteilt werden können, sei noch lange nicht geklärt.

 

"Naturschützer beklagen: Pflanzen und Tiere sind in Gefahr" Bericht in der Online-Ausgabe der WN

 

"Übungplatz ist Lebensraum für viele seltene Pflanzen" Bericht in der MZ
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