Problem erkannt - Streit um die Lösungen

4. Grüne Artenschutzkonferenz am Samstag, den 27. Februar

Volles Haus im Stadtwerke-Saal bei der 4. Grünen Artenschutzkonferenz, Bild: Thomas Hövelmann
Volles Haus im Stadtwerke-Saal bei der 4. Grünen Artenschutzkonferenz, Bild: Thomas Hövelmann

Die Stadtwerke-Halle in Münster ist zwar groß, war aber kaum in der Lage, die fast 300 Besucher der 4. Grünen Artenschutzkonferenz am Samstag, den 27. Februar, zu fassen. Das große Interesse verdeutlicht die brennenden Probleme mit dem Rückgang der Artenvielfalt in unserer heimischen Agrarlandschaft. Wie in den Vorjahren kamen neben zahlreichen Vertretern des Naturschutzes aus dem ganzen Münsterland auch viele Jäger, Landwirte und Vertreter von Interessengruppen aus Windkraft- und Frackinggegnern nach Münster.
Die von MdL Norwich Rüße, Sprecher für Naturschutz und Landwirtschaft der Grünen im Landtag, moderierte Veranstaltung stellte in mehreren Vorträgen aktuelle Natur- und Umweltschutzthemen aus dem Münsterland vor und stellte sie im Plenum zur Diskussion. Anfangs verteidigte NRW-Umweltminister Remmel die aktuelle Novellierung des Naturschutzgesetzes und warb um Unterstützung bei der Umsetzung, nicht nur bei Naturschützern, sondern auch von Seiten der Naturnutzer. Als vorrangiges Problem stellte er den dramatischen Verlust von Grünland und  dessen Qualität in den Vordergrund. Als mögliche Lösungen präsentierte Minister Remmel ein Vorkaufsrecht für Naturschutz-Stiftungen und -Verbände in Naturschutzgebieten, die Stärkung der Eingriffsregelung, die Sicherung von 15 % Biotopverbundflächen und die mögliche Erweiterung der gesetzlich geschützten Biotope um die Streuobstwiesen.
Perspektivisch stellte Remmel den Wunsch nach einer strengeren Gülleverordnung und Regelungen im Pflanzenschutz in den Raum. Bei dem umstrittenen Thema Windenergie verwies er auf die geplanten Novellierungen des Windenergie-Erlasses und des Artenschutzleitfadens, betonte aber auch die Notwendigkeit des Ausbaus regenerativer Energien.
Als besonders wichtig schätzte Minister Remmel die Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements durch Absicherung finanzieller Mittel und Stärkung von Mitwirkungsrechten ein. Ausdrücklich lobte Minister Remmel die Arbeit der Biologischen Stationen und kündigte an, dass die Aufgaben im gesetzlich freiwilligen Bereich veankert und damit in Haushaltsberatungen zukünftig gestärkt werden.
Weitere Vorträge beschäftigten sich mit den Auswirkungen der europäischen Agrarpolitik mit besonderer Berücksichtigung des Greenings, den Ergebnissen und Nutzen der Kooperationsvereinbarungen zur Biodiversität zwischen Umweltministerium und der Landwirtschaft und der in diesem Zusammenhang in den Kreisen eingerichteten Runden Tische, dem dramatischen Rückgang der Insekten und den neu festgestellten Problemen mit dem "Abwasserpilz" - eigentlich ein koloniebildendes Bakterium - in Fließgewässern des Münsterlandes. Welcher Aufwand notwendig ist, erfolgreich Wiesenvögel wie Uferschnepfe, Kiebitz und Großer Brachvogel zu erhalten, verdeutlichte die Biologische Station des Kreises Steinfurt am Beispiel des Vogelschutzgebietes "Düsterdieker Niederung". Der Kiebitz, mittlerweile zum unfreiwilligen Wappenvogel des Artenschwundes mutiert, wurde dabei mit den Schutzbemühungen aus dem Kreis Steinfurt vorgestellt.
Der NABU Münster war mit dem kompletten Vorstand und vielen Aktiven vor Ort. Die Probleme sind längst erkannt, es klemmt noch bei der Wahl und Umsetzung der richtigen Lösungen. So wird trotz aller Bemühungen aus Politik und Gesellschaft auch im kommenden Jahr eine weitere Grüne Artenschutzkonferenz notwendig werden - leider.

 

Bericht auf der Seite des BUND Münsterland mit Links zu PDF-Dateien der Vorträge (ausser Insekten-Vortrag).

 

Im Fokus: NRW-Umweltminister Johannes Remmel
Im Fokus: NRW-Umweltminister Johannes Remmel

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